Die Haselmaus

Foto: Sven Büchner
Foto: Sven Büchner

Wie sieht sie aus?
Mausegroß, mauseschwer, mauseflink ist sie – und trotzdem täuscht der Name! Die Haselmaus ist ein richtiger Schläfer und gehört zu den Schlafmäusen oder Bilchen. Sie ist die kleine Verwandte des dicken Siebenschläfers, wie ein Blick auf ihren Schwanz sofort verrät: Er ist dicht und buschig behaart, ein perfektes Steuer beim Springen im Geäst. Die echten Mäuse haben dagegen einen dünnen, fast nackten Schwanz.

 

Was frisst die Haselmaus?
Im Frühjahr, gleich nach dem Winterschlaf, stehen Knospen, Blüten und Pollen auf dem Speiseplan, später saftige Beeren. Auch kleine Insekten werden nicht verschmäht. Mit Haselnüssen und Eicheln fressen sich Haselmäuse im Herbst den nötigen Speck an, bevor sie im Oktober/November wieder zum Winterschlaf rüsten. Zur Lieblingsnahrung der Haselmaus gehören Brombeeren, Faulbaumfrüchte, Himbeeren, Heckenkirschen und natürlich Haselnüsse.


Was macht die Haselmaus den ganzen Tag?

Schlafen! Die Haselmaus ist nachtaktiv und außerdem sehr heimlich, ihr also zufällig mal über den Weg zu laufen ist extrem unwahrscheinlich. Dazu kommt, dass sie so gut wie nie den Boden betritt, sondern immer im dichten Geäst und Gebüsch herumturnt. Sie kann so gut klettern wie ein Affe und verwendet auch ihren Schwanz als zusätzliches Greiforgan.

 

Wo wohnt die Haselmaus?
Die Haselmaus baut ihr Nest in Baumhöhlen, Nistkästen oder zwischen Brombeerranken. Dort findet man die fein gewebten, faustgroßen Kugeln aus Gras oder Laub. Besonders sorgfältig wird die Kinderstube gefertigt. Immerhin soll sie einen ganzen Wurf anfangs noch nackter, später quicklebendiger Jungtiere beherbergen.

 

Wie viel Nachwuchs bekommt ein Haselmausweibchen?
Meist im Juni werden 2-6 kleine Haselmäuse geboren. Sechs bis acht Wochen bleiben sie bei der Mutter. Dann geht der Nachwuchs eigene Wege. Aber nicht für alle Mütter kehrt danach Muße ein. Manche werden im Spätsommer noch einmal trächtig und haben dann bis Anfang Oktober mit der zweiten Aufzucht zu tun.

 

Was machen Haselmäuse im Winter?
Schlafen. Im Herbst legen sie sich eine dicke Speckschicht u. Innerhalb weniger Wochen verdoppeln Haselmäuse ihr Körpergewicht, um dann im Schlaf wieder abzunehmen. Im Laubstreu eingemummelt, halten sie einen echten Winterschlaf. Dabei sinkt ihre Körpertemperatur bis auf 4°C und das Herz schlägt nur noch ganz langsam. Je nach Wetter dauert in unserer Gegend der Winterschlaf von Oktober/November bis März/April. Und auch nasskalte Tage im Sommer, an denen man nicht heraus kann, verschläft die Haselmaus ganz einfach.

 

Wer ist die berühmteste Haselmaus?

Sie lebt im Wunderland und schläft in einer Teekanne – fragt nur mal den Hutmacher… oder Alice.

 

 © Sir John Tenniel aus "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll
© Sir John Tenniel aus "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll