"Na Du, NAJU?"

"Na Du, NAJU?" war das Projekt der FÖJLerin 2014/2015 Mareike (Links) und Lynn. Ziel war es die NAJU Gruppen besser kennen zu lernen und interessante Aktionen vorzustellen. Dazu haben die  Detektive die Gruppen besucht und Spannendes erlebt."

Vergangene Besuche:

Auf wilden Wegen - Zu Besuch bei Willi Wills Wissen

Am Samstag, den 31. Januar 2015, besuchten die zwei Detektive eine ganz besondere Veranstaltung im Theater am Aegi: Willi Weitzel, deutscher Reporter und Moderator der wohl bekanntesten Kindersendung „Willi will’s wissen“, war mit seinem Programm „Willis wilde Wege“ in Hannover zu Gast.

Die rund 350 kleinen und großen Gäste hörten dem abwechslungsreichen Bericht von Willi und seinen wilden Abenteuern gespannt zu und holten sich am Ende der Veranstaltung noch Autogramme und Fotos ab.

Mit seiner authentischen und lustigen Art zog Willi Weitzel alle Besucher in seinen Bann. Fünf verschiedene wilde Erlebnisse, ob eine 550km lange Wanderung von München nach Venedig oder per Anhalter ins Paradies, präsentierte er mit vielen, teilweise auch privaten, Film- und Fotoaufnahmen. Auch politische Themen, wie der Syrienkonflikt, wurden in sein Programm mit aufgenommen und kindgerecht aufgezogen.

„Willis wilde Wege war einer der tollsten Veranstaltungen, die ich je besucht habe!“, lautete dutzendfach das Fazit der Gäste.

30 fleißige Helferhände für den Mauersegler

Am Samstag, den 10. Januar 2015, fand im Schulbiologiezentrum Hannover eine ganz besondere Bastelstunde statt, die die beiden Detektive im Rahmen von "Na du, NAJU?" erleben durften: die NAJU Hannover baute rund 80 Nistkästen für den Mauersegler und den Sperling. „Wir wollen gerade außergewöhnliche Vogelarten hier in Niedersachsen unterstützen und hoffen, dass die Häuser gut angenommen werden.“, so die Gruppenleiterin Karola Hermann, die nun seit vier Jahren die Hannoversche Naturschutzjugend ehrenamtlich leitet.

Die Mauerseglerpopulation bricht durch den Verlust der Brutmöglichkeiten häufig ein, da wir Menschen die Nistplätze bei Renovierungsarbeiten, beim Bau oder auch einfach mutwillig zerstören. Die Bestände können sich nur stabilisieren, wenn dieser Gefährdungsfaktor beseitigt ist. Mauersegler sind, wie der Name schon sagt, Fassadenbrüter. Mauerseglernistkästen, die optimal an den Mauersegler angepasst sind, sollten weit oben an der Fassade unter der Dachrinne montiert werden.

Die Nistkästen für den außergewöhnlichen Vogel suchen noch Abnehmer! Wer gerne einen Kasten nehmen möchte, um den Mauersegler zu unterstützen, der melde sich bitte unter 0511-9110530 oder schreibt an folgende E-Mailadressen: info@naju-niedersachsen.de oder karola.herrmann@nabu-hannover.de. 

Ebenfalls werden Hinweise, wo die Kästen optimal aufgehängt werden können, gesucht! Die Kästen an sich halten übrigens ein Leben lang.

„Wir müssen zeigen, dass an Kleidung auch so manche Träne hängt!“ (Renate Künast, Bündnis 90/Die Grünen)

Fachgespräch über faire Kleidung im Bundestag: Was können deutsche Käufer tun?

Am 01.12.2014 war der NABU Niedersachsen zu Besuch in Berlin: Bündnis 90/Die Grünen hatten zu einem Fachgespräch über „Faire Kleidung – Wie geht das?“ in den Bundestag eingeladen. Ebenfalls waren Menschenrechtsorganisationen, Vertreter von Wirtschaft und Industrie, sowie Modedesigner und eine Gewerkschaftsaktivistin aus Bangladesch präsent. Vier Stunden lang wurde über Europäische Verantwortung, Siegelwirrwarr und Eckpunkte für eine faire internationale Textilproduktion debattiert, auch zahlreiche Besucher der Diskussion gaben ihre Meinung ab.

„Kleidung, die zum legalen Erwerb freigegeben ist, ist in den meisten Fällen leider nicht unter legalen Umständen produziert.“, äußerte sich Michael Windfuhr, stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Qualität beschreibe somit nicht nur Inhaltsstoffe, die im Produkt vorhanden sind, sondern auch Produktionsbedingungen. Kinderarbeit, Hungerlöhne, zu lange Arbeitszeiten und vom Einsturz gefährdete Produktionsgebäude sind nur ein Teil der zu lösenden Probleme, um Faire Kleidung großflächig in Deutschland vertreiben zu können. Dass die meisten Veränderungen im Produktionsland der Kleidung stattfinden müssen, klingt in der Theorie einfach. Leider sieht die Realität vor Ort jedoch anders aus: zum Beispiel haben rund 70% der Abgeordneten in Bangladesch finanzielle Anteile in der Textilproduktion, so Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen).

Nazma Akter, Gewerkschaftsaktivistin in Bangladesch, forderte mehr Humanität. „Wir sind Menschen, werden aber nicht wie welche behandelt.“, schilderte die junge Frau die Arbeitsverhältnisse in den Fabriken ihres Heimatlandes. Doch auch von europäischer/deutscher Seite muss sich etwas verändern, um Bangladesch im Prozess der Veränderung zu unterstützen.

„In der EU müssen klare Strukturen her, um Fairen Handel steuern zu können. Ebenfalls brauchen Konsumenten mehr Transparenz, um überhaupt fair hergestellte Kleidung kaufen zu können.“, so Barbara Lochbihler (Bündnis 90/Die Grünen). Weiter forderte sie mehr Arbeiterrechte und auch besondere Aufmerksamkeit gegenüber dem Umweltschutz, der in der Textilbranche häufig zu kurz kommt. Auch mit der Kaufentscheidung in Europa/Deutschland wird die Produktion gelenkt. Ist eine große Nachfrage von billigen T-Shirts vorhanden, wird die Produktion in der dritten Welt unter den unmenschlichen Arbeitsbedingungen so weiter gehen, wie bisher. Aufgrund dessen muss die Bewusstseinsbildung, auch gerade von jungen Erwachsenen und Jugendlichen, gefördert werden. „Wir müssen zeigen, dass an Kleidung auch so manche Träne hängt und den Konsum überdenken!“, äußerte Renate Künast.

Doch wie kann der europäische/deutsche Käufer mithelfen, die unwürdigen Arbeitsverhältnisse positiv zu verändern? 

Um Faire Kleidung von anderer unterscheiden zu können, sind Kennzeichnungen nötig.

Die vertretenden Fraktionen diskutierten auch über die Frage des Siegels. Darüber, dass es nicht nur ein einziges Siegel geben kann, das alle Aspekte der Fairen Kleidung abdeckt, waren sich alle einig. Doch generell ist diese Methode sinnvoll, um fair gehandelte Kleidungsstücke hervorheben zu können und Kunden Orientierung zu bieten. Mark Starmanns, Betreiber einer Internet-Plattform für Faire Mode, kritisierte das „Siegelwirrwarr“ und forderte eine einfache Siegel-Struktur, um Klarheit für die Käufer zu schaffen. Ebenfalls wurde aus der Organic-Textilbranche verlangt, Bio-Begriffe, wie „fair“ und „öko“ zu schützen, um somit Missbrauch unterbinden zu können.

„Man muss nicht wissen, wo das Schaf gefressen hat, aber Handels- und Produktionswege müssen für den Kunden offen gelegt werden!“, so Claudia Kersten, Global Organic Textile Standard (GOTS). Das GOTS-Siegel ist das meist vertretenste Siegel, um Faire Kleidung kenntlich zu machen. Unter dem folgenden Link findest du mehr Infos über „GOTS“: 

http://www.global-standard.org/de/

Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, brachte das Fachgespräch auf den Punkt. „Auch Industrieländer wie Deutschland sind in dem Fall Entwicklungsländer! Dass wissentlich Menschenrechte verletzt werden und nur zugesehen wird, kann nicht sein!“

In Zukunft wird die Politik in der Textilbranche so Einiges verändern müssen, um der dritten Welt zu helfen, eine ethische Ökonomie aufzubauen. Dass dieser Prozess langsam und von beiden Seiten, also dem Produktions- und dem „Konsumland“, unterstützt und vorangetrieben werden muss, steht jedenfalls fest. Nur so kann der ökologische Fußabdruck des Produkts sichergestellt werden.

Willkommen im grünen Klassenzimmer

Am 20.11.2014 haben die zwei Detektive das „Grüne Klassenzimmer“ in der Wedemark besucht. Zusammen mit der Forscherklasse der IGS Mellendorf wurde auf dem Waldgebiet der NAJU eine Fläche mit verschiedensten Waldstauden bepflanzt. Diese sollen Lebewesen Schutz und genügend Nahrung bieten. Zunächst musste die bereitgestellte Fläche umgegraben werden, danach pflanzten die rund 25 Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihrer Lehrerin die Stauden ein und verliehen zu guter Letzt dem großen Pflanzenbeet noch eine Laubdecke für den Winter.

Die ganze Aktion wird nun von der Klasse beobachtet und dokumentiert, doch zuerst steht der Winterschlaf der Pflanzen vor der Tür, da kann man sich ja nur auf den Frühling freuen.